KlarinettenDoktor

Nun endlich ist es soweit: Unsere CD-Besprechung ist fertig!

Cartellieri: Concertos for Clarinet and Orchestra - B flat major / E flat major

Zunächst einmal meinen herzlichen Dank an Prof. Dieter Klöcker für die angenehmen Telefonate. Es war schön, einen so erfahrenen Kollegen offen und nett reden zu hören. Ich konnte viel von ihm lernen, wenn es leider auch nur am Telefon war.

Wer sich einmal im Leben geärgert hat, u.a. als Klarinettist, dass Beethoven kein Klarinetten- konzert komponierte, wird hier auf angenehme Art und Weise getröstet.

Antonio Casimir Cartellieri ist meiner Auffassung nach ein sehr würdiger Vertreter dieser Wegbereiter der Frühromantik in der Klarinettenliteratur. Prof. Dieter Klöcker nahm sich dieser heiklen Literatur mit großem Erfolg an.

Wir Klarinettisten wissen, dass es stilistisch ein zweischneidiges Schwert ist, innerhalb einer Beethoven-Symphonie im Sinne des Komponisten mitzuwirken. Wir befinden uns - für den Laien ausgedrückt - also zwischen zwei Stilepochen, die der Romantik und der davor herrschenden Klassik.

Diese stilistische Sicherheit bei Klöcker gibt Anlass zur Bewunderung. Ohne unnötige Verzierungen, ohne einer lächerlichen Selbstdarstellung als Klarinettist und mit einer selbstverständlichen Musikalität zieht Klöcker jedes Register seines Könnens. Cartellieri verlangt vom Solisten nicht nur eine klangliche Bandbreite die seinesgleichen sucht, sondern auch eine absolute technische Präzision.

Klöcker geht bewusst einen musikalisch und technisch sicheren Weg und versteckt sich nicht hinter künstlich eingebauten Temposchwankungen, wie ich es von vielen Klarinettisten schon erlebte, um technische Mängel zu verdecken. Warum auch? Man hat Technik, oder nicht. Er hat sie!

Die feinfühlige Musikalität Klöckers wird von einem hervorragenden Klangkörper, dem Prager Kammerorchester, in vollster Weise unterstützt. Ein Orchester, auf das man sich verlassen kann. Flexibel, nicht bedrängend, und hervorragend aufeinander eingespielt. Kein Wunder also, dass man sich als Solist wohlfühlt.

Man spürt die Routine des Solisten, da Klöcker nicht gerade wenig Tonträger eingespielt hat. Ein Routinier an der Klarinette, mit den Erfahrungswerten eines alten Hasen. Die tonliche Klanggestaltung Klöckers lässt das Herz höher schlagen, denn er versteht es, sich den Gegebenheiten anzupassen, sei es unter Begleitung eines Kammerorchesters oder einer Solo-Kadenz.

Interresanterweise wäre noch anzumerken, dass Prof. Klöcker auf einer alten, sehr gut gelungenen Oskar Oehler spielt.

Unsere Empfehlung: diese CD darf in keinem Haushalt fehlen, schon gar nicht in dem Klarinette gespielt wird. Weitere CD-Besprechungen folgen - wir freuen uns drauf!

Biographie Prof. Dieter Klöcker - hier klicken

Wilfried Teutsch

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