KlarinettenDoktor

Ideenfindung für die neuartige Blattschraube,
anwendbar für Klarinetten und Saxophone

Walter Lauermann, Reedmaster GmbH

Walter Lauermann, Wilfried Teutsch & Bernd Sieg

Walter Lauermann, Wilfried Teutsch und Bernd Sieg (v. l. n. r.)

Bevor ich in die im Jahr 2013 neu gegründete Bläserklasse des Musikvereins Unterpleichfeld eintrat, war ich „Klarinettist für den Hausgebrauch“ und benutzte die dem Instrument beim Kauf beigefügte Blattschraube, ohne über Funktion oder Handhabung weiter nachzudenken.

Nachdem jedoch innerhalb der Bläserklasse tägliches Üben für den Einzelunterricht und die Orchesterproben erforderlich wurden, war mir alsbald die umständliche und zeitraubende Handhabung der von mir verwendeten Blattschraube – verchromtes Blech mit 2 Flügelschrauben – aufgefallen.

Die Hoffnung, mein Problem mit Kauf diverser anderer marktüblicher Blattschrauben zu lösen, blieb jedoch unerfüllt. Es blieb in jedem Fall die umständliche Handhabung von drei Elementen – Rohrblatt, Blattschraube und Mundstück – mit nur zwei Händen. Hinzu kam die Ausrichtung des Rohrblattes auf dem Mundstück in axialer, seitlicher und diagonaler Richtung.

Walter Lauermann

War dann die Ausrichtung abgeschlossen, ergab sich oft beim Musizieren, dass die Blattschraube zu weit vorn oder zu weit hinten auf dem Mundstück platziert war, was das Ansprechverhalten des Instrumentes erheblich beeinflusste. Die erneute Prozedur des Ausrichtens von Rohrblatt und Blattschraube war die Folge.

Als Maschinenbauer mit mehr als 40-jähriger Berufserfahrung hatte ich hier ein „technisches Problemchen“ vorliegen, welches mich anspornte, für mich eine geeignete Lösung zu finden, das Rohrblatt schneller und bequemer auf das Mundstück aufzusetzen, auszurichten und festzuklemmen.

Die theoretische Lösung des „Problemchens“ wäre die „Vormontage“ der Blattschraube mit dem Rohrblatt. Erst im zweiten Schritt würde die vormontierte Einheit – Blattschraube mit integriertem Rohrblatt – auf das Mundstück aufgesetzt.

Die handwerkliche Lösung: ich „bastelte“ aus Eichenholz ein Aufnahmeelement (im folgenden Aufnahmeschuh), in welchem das Rohrblatt festgehalten werden kann. Den Aufnahmeschuh habe ich in der Blattschraube ausgerichtet und fest verschraubt. Das Ergebnis meiner „Bastelarbeit“ war eine Blattschraube - auch Ligatur genannt – in welcher das Rohrblatt bereits ausgerichtet immer an derselben Klemmstelle positioniert werden kann.

Walter Lauermann, Elena Teutsch & Bernd Sieg

Walter Lauermann,
Elena Teutsch & Bernd
Sieg (v. l. n. r.)

Beim Aufsetzen der neu geschaffenen Ligatur auf das Mundstück war lediglich noch die Ausrichtung der Vorderkanten von Rohrblatt und Mundstück zueinander erforderlich.

Mit dem Ergebnis meiner „Entwicklungsarbeit“ und mit der täglichen Handhabung meiner neu entstandenen Ligatur war ich nun vollauf zufrieden. Der sehr nahe liegende Gedanke, dass auch andere Klarinetten- und Saxophonspieler vom gleichen „Problemchen“ genervt sein könnten, führte dazu, dass ich meinen Patentanwalt kontaktierte und nach ausgiebiger Recherche meine neu entwickelte Blattschraube zum Patent anmeldete.

Zwischenzeitlich wurde mein Klarinettenlehrer auf meine „ungewöhnliche“ Blattschraube aufmerksam. Er testete und testete und kam zu einem – für mich – unerwarteten Ergebnis: Das Ansprechverhalten seiner Klarinette sei im Vergleich mit seiner üblicherweise verwendeten Blattschraube viel besser – und das in allen Oktavlagen!

Dies war ein sich glücklicherweise ergebender völlig neuer Ansatz und lenkte augenblicklich meine Aufmerksamkeit – zusätzlich zu der schieren mechanischen Verbesserung der Handhabung auf das bessere Ansprechverhalten und die klangliche Verbesserung durch meine Blattschraube.

Reedmaster Ligaturen

Meine analytischen Fähigkeiten waren gefragt: welche Materialeigenschaften und welche physikalischen Schwingungseigenschaften sind für Ansprechverhalten und Klangbild eines Instrumentes mindestens mitbestimmend?

Eine Aussage konnte ich treffen: Das Mundstück – von Klarinette als auch von Saxophon – sollte nur von Materialien gleichen Schwingungsverhaltens berührt oder umschlossen werden. Materialien unterschiedlichen Schwingungsverhaltens oder gar mit schwingungsdämpfender Wirkung erschweren oder behindern das Ansprechverhalten eines Instrumentes.

Zum Glück gab es stets Musiker, die bereit waren, die Ligatur zu testen und mich mit ihrem positiven Urteil über Klang und Ansprechverhalten, sowie ihren Anregungen und Vorstellungen in der Weiterentwicklung bestärkt haben.

Die Entwicklungsschritte gemäß den hier beschriebenen Parametern kamen nun in rascher Folge und führten zu einem Produkt, welches bei Profis und Hobby-Musikern volle Anerkennung findet.

Der logische weitere Schritt war, dass ein Weg in die Vermarktung gefunden werden musste. Zu diesem Zweck gründete ich am 28.05.2018 mit Rainer Korek, einem hervorragenden Fachmann für die technische Umsetzung, die Firma Reedmaster GmbH, die für Marketing, Herstellung und Vertrieb verantwortlich ist.

Mit großer Spannung erwarte ich nun, wie der Markt mein neues Produkt aufnimmt!

Walter Lauermann, Reedmaster GmbH

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